Dr. Richard pustet Tränen weg
Wer sich dies auf seine/n homepage/Blog einbauen möchte:
Mir liegt folgendes am Herzen:
BITTE, bitte, bitte - achtet diese Worte und verändert sie NIEMALS ... respektiert, dass sie aus der Feder eines sehr verletzten Menschen stammen - BITTE bringt einen Hinweis ein, dass diese Geschichte NICHT verändert werden darf!
Ganz lieben Dank!
Dr. Richard
Es war einmal ein kleiner Kater namens RICHARD. Eigentlich hieß er mit vollem Namen ja "Sir Richard Amadeus von Wettschuld", und nachdem er an der Haustier-Universität in Katzenfurt promoviert hatte, hätte er vor dem eh schon langen Namen noch den Doktortitel stellen dürfen - aber DAS hätte sich dann nun wirklich keiner mehr merken können. So hieß er bei Allen einfach nur: Dr. Richard.
Richard lebte in einem Notfall-Koffer, so einem, wie man sie in den großen Notartzwagen der Menschen finden konnte, denn neben seinen abgeschlossenen Studien über TRÄNEN-WEGPUSTEN und HERZELEID-WEGWÄRMEN, musste er, wie alle anderen Studenten auch, das ganz ganz Klein-werden lernen, um sich allein durch Vorstellungskraft dahin zu begeben, wo er gebraucht wurde. Und nach nur drei Semestern beherrschte er diese Fähigkeiten so gut, dass er den fast schon langweiligen Kurs im "Verbände-anlegen-aller-Art" mit links schaffte.
Nun wissen wir ja, dass gerade Katzen ein ungewöhnliches Gehör für die Sorgen und Nöte der Menschen haben, und wenn z.B. in Australien ein Wesen traurig war, machte sich Richard sofort mitsamt seinem Koffer auf, um zu helfen. Und stell Dir nur mal vor, wie blöde es gewesen wäre, den Koffer nicht dabei zu haben: schließlich lebte er darin, und so hatte er immer alles beisammen, um helfen zu können.
Eines Tages hörte Doktor Richard aus der Ferne ein leises, unterdrücktes Schluchzen, und ohne lange zu überlgen, machte er sich mit seinem Koffer auf die Reise - und war nach wenigen Sekunden an dem Ort, wo scheinbar seine Hilfe gebraucht wurde.
Was er dort sah, erschreckte ihn sehr:
Ein kleines Wesen lag vom Kummer überwältigt, zitternd und leise weinend in seinem Bett. Es schien allein zu sein, denn außer Richard war niemand sonst da.
Das Herzeleid des kleinen Wesens war so groß, dass Richards Wunsch, zu helfen, so groß wurde, dass er behutsam auf´s Bett sprang, und ganz vorsichtig zum Gesicht des Wesens tappte, um sich an die Arbeit zu machen.
Mit aller Liebe zu seinem Beruf, begann er, mit regelmäßigen Atemzügen, mit dem TRÄNEN-WEGPUSTEN. Es dauerte sehr sehr lange bis sich das Wesen etwas beruhigt hatte - aber das allein reichte Richard nicht. Er vergaß Zeit und Raum, machte sich noch kleiner und schlich sich langsam an der Stirn entlang bis zu einer Haarsträhne vor, von der er sich lautlos in das rechte Ohr des Wesens abseilte, und so lange lief, bis er am Herz des kleinen Wesens ankam:
Hunderte von spitzen Pfeilen, wie die von den Indianern, die wir Menschen aus Filmen kennen, steckten in dem kleinen Herz. Und an jedem Pfeil klebte ein Zettel, worauf zu lesen war:
"Gewalt", "Krebs", "Tod des Vater´s" - und, ach Gott, noch weitaus schlimmere Dinge waren da zu lesen!
"Na, das muss ja wehtun ...", dachte Richard - mehr wütend als traurig - und fragte sich, WER - und vor allem - WARUM man diesem kleinen, wehrlosen Wesen so spitze Pfeile ins Herz geschossen hatte.
Mit unbändiger Wut machte sich Richard daran, die Pfeile sanft herauszuziehen, die Wunden mit dauerhaft schützenden Verbänden abzudecken, und gleichzeitig ließ er sich immer wieder kurz nieder, um HERZELEID-WEGZUWÄRMEN.
Er zerbrach jeden Pfeil, trug ihn auf dem gleichen Weg, den er gekommen war, hinaus und schmiss jeden einzeln wutentbrannt auf den Boden neben dem Bett. Er wusste nicht, wie lange er gebraucht hatte - und selbst wenn, wäre es ihm egal gewesen.
Dann, als er den letzten Pfeil gerade heraustragen wollte, musste er plötzlich niessen, und Du glaubst nicht, was geschah:
zum ersten Mal seit langer Zeit lächelte das Wesen, weil Richards Missgeschick so schrecklich schön kitzelte, dass es einfach lächeln musste.
Richard war perplex: "LÄCHELN-auf-Gesichter-zaubern" ... DAS hatte er auf der Uni nicht gelernt ...!
Dann aber freute er sich, packte seine Sachen zusammen und verschand ebenso leise, wie er gekommen war.
DOKTOR RICHARD ist heute noch unterwegs - und wenn Du ein trauriges Wesen nach langer Zeit wieder lächeln siehst, hat Richard vielleicht beim "Pfeile-aus-dem-Ohr-werfen" wieder geniesst ...
eine weitere schöne Geschichte ...