Ich werde gelassener

Veröffentlicht auf von Gefangener-Engel

(Übertrag vom 13. September 2008)

 

Ich habe eben an mir festgestellt, dass ich schon, für meine Verhältnisse, viel gelassener mit MIR selber umgehe: ich mache mir nicht mehr so viele Vorwürfe wie "früher" = da habe ich mich regelrecht "innerlich ZERFLEISCHT", wenn etwas nicht so geklappt hat, wie ich es mir vorgestellt habe!!!

Wenn ich gute Phasen habe, ganz gleich, ob einen ganzen Tag, oder nur ein paar Stunden davon, aber natürlich auch, wenn es mir mehrere Tage hintereinander besser geht, verhalte ich mich mir gegenüber schon weitaus ruhiger (und ich fühle, dass ich "mehr in der Realität bin") ... in schlechten Phasen (also, wenn ich mehr in der "anderen Welt" lebe) sieht es noch etwas anders aus. Ist für mich aber auch mittlerweile nachvollziehbar!

Das AKTZEPTIEREN meiner Vergangenheit und auch das Akzeptieren, dass ich einen mächtig psychischen Schaden davongetragen habe, steigt immer mehr auf meiner Richtig-Liste!!!

 

Das aktuelle Beispiel (ich habe "ungesunden Umgang mit mir selber" bemerkt, weil ich noch nicht darauf achten kann, dass ich mich nicht überfordere - mir aber keinerlei Vorwürfe gemacht habe, im Gegenteil: ich habe gedacht: "ja nu, ist ja auch kein Wunder, bei dem, was da alles bei dir "kaputt" ist!) ist für mich eine Art Beweis, dass ich anscheinend wirklich "unbewusst" das Richtige getan habe bzw. auch noch oft tue: wenn ich nicht bereit und vor allem auch fähig gewesen wäre, den Weg in meine Kindheit zurückzugehen, hätte ich keine Antworten gefunden, die mich mit mir ins Reine bringen - die dadurch in mir entstandene Innere Ruhe wäre ausgeblieben ... und ohne diese Ruhe in mir, hätte ich niemals die Chance gehabt, Platz für alte/neue Gedanken und Gefühle gehabt ... es hätte keine Möglichkeit gegeben, dass diese anfangen, "zusammenzuarbeiten" ... Verbindungen, die mir neue Türen öffnen, ganz gleich ob die zur Vergangenheit oder die in eine lebenswertere Zukunft, hätten aus meiner Sicht gar nicht erst entstehen können ... weitere Erinnerungen wären somit vielleicht irgendwann erst durch Trigger gekommen - und ich möchte mir nicht vorstellen, "wohin" mich einer davon hätte bringen können bzw. ja auch heute noch bringen kann = in eine Psychose!?

 

Abgesehen davon: ich habe große Probleme, mit Erinnerungen aus einem Trigger zu arbeiten - für mich sind die einfacher, auf die ich mich von mir aus und bewusst auf die Suche mache, denn dann nehme ich Geduld, Liebe, Bereitschaft zum Verstehen wollen und viel Verzeihen mit - und im Hinterkopf habe ich das Bewusstsein, dass ich schon viel in den zwei Jahren erreicht habe, vor allem weiß ich, wie sich Hoffnung anfühlt, habe Bekanntschaft mit meinem Selbstwertgefühl gemacht, und das Wissen, dass ich ein Kind war und für NICHTS VERANTWORTLICH bin, was da alles schiefgegangen ist - DAS ALLES gibt mir KRAFT, mich meinen Erinnerungen auch stellen zu können!!!

 

Da soll mir mal einer kommen und sagen, ICH hätte kein Glück ...!!!


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