mein Entschluss: ein Tagebuch

Veröffentlicht auf von Gefangener-Engel

 

Ich habe am Samstag den Entschluss gefasst, ein Tagebuch zu führen - es wird nicht regelmäßig sein, doch ich werde mich bemühen - dies hängt viel von meinem gesundheitlichen Zustand ab: es gibt Phasen, da bin ich zu NICHTS in der Lage ... fühle mich innerlich tot ... und eigentlich bin ich das ja auch!?

 

Ich werde hier meine diversen Gedanken, Ängste und sonstigen Gefühle versuchen, schriftlich wiederzugeben und vor allem für mich persönlich festzuhalten!

 

Ich möchte mit Hilfe meiner homepage und diesem Tagebuch hier versuchen, den sexuellen Missbrauch im Alter von (4)5 Jahren (bis zum 11. Lebensjahr) zu verarbeiten - bis vor zwei Jahren habe ich NICHTS mehr von dem Missbrauch bzw. meiner Kindheit allgemein gewusst ... kann mir aber heute Gedanken, Gefühle und Verhalten erklären, da ich durch die Erinnerungen die Chance habe, an Antworten zu kommen!

 

Am 03. Juli 2008 habe ich angefangen, meine homepage www.gefangene-engel.de.vu zu erstellen - die auch heute noch schwer in Arbeit ist - und ich muss gestehen: ich habe es mir definitiv EINFACHER vorgestellt!!!

 

Ich kann zwar einigermaßen über meinen Missbrauch sprechen, worüber ich unendlich dankbar bin - doch ich habe große Schwierigkeiten, dies schriftlich festzuhalten: an die Vergangenheit denken und gleichzeitig aufschreiben, da bin ich vollkommen blockiert - denn eigentlich muss ich dann VIER Dinge gleichzeitig tun: denken, fühlen, aufschreiben - aber immer darauf achten, dass ich, wenn es zu extrem wird, nicht komplett in der Vergangenheit verschwinde - so dass ich Wochen brauche, um da wieder rauszukommen ... bzw. den Mut verliere, zu KÄMPFEN ...

 

... ich weiß, dass ich es schaffen kann, mir ein Stückchen "normales" Leben zu erkämpfen - und daher werde ich behutsam sein, um mir diese, vielleicht einzige, Chance, nicht zu zerstören!!!

 

Da ich nicht weiß, wie ein "normales" Leben aussieht bzw. sich anfühlt, danke ich jeder positiven Veränderung. Ich möchte mir auch keine Gedanken machen, was aus mir geworden wäre, hätte es diesen schweren, jahrelangen Missbrauch nicht gegeben ... ich habe ehrlich gesagt zu viel Respekt davor, dass mich solche Vergleiche entgültig zerstören - alles Wenn und Aber würde mir nicht helfen, im Gegenteil. Ich möchte versuchen, aus dem das Beste zu machen, was mir zur Verfügung steht!

 

Aktueller Stand: ich habe seit Wochen meine Wohnung wieder nicht verlassen - zum Glück schaffe ich den Weg zu meiner Therapeutin - auch wenn es mich unendlich Kraft und Überwindung kostet, dafür in die Welt "da draußen" zu müssen ... es scheint dann meine "Funktions-Taste" gedrückt zu sein, so dass ich den Weg dorthin irgendwie gemeistert bekomme ... mir geht es anschließend auch (kurzfristig) wieder besser - doch dann SCHLEICHT sich wieder irgendetwas aus meiner Vergangenheit in mein Leben, was mir erst lange Zeit nicht bewusst wird ... und der Kampf beginnt von neuem! Ich bin auch seit Wochen schon wieder nicht mal mehr in der Lage, dass ich jemanden in meiner Wohnung ertragen könnte: ich fühle mich von Gott und der Welt bedroht ... selbst von meiner Betreuerin (ein GENIALER Treffer für mich - mit ihr kann ich und mein Inneres Kind prima zusammenarbeiten ... eigentlich). Ich werde regelmäßig 1x in der Woche von ihr betreut (und natürlich bei Bedarf auch öfter) - doch nicht mal sie lasse ich in meine Wohnung, obwohl es wichtig wäre - aber es geht einfach nicht = die Vergangenheit scheint momentan zu präsent - dort ist auch wieder diese verdammte, verfluchte WUT auf mich selber ... und die ist gefährlich, da die mich in eine Welt drückt, in der ich mir wie unter Zwang seelisch und körperlich wehtun MUSS ... und DAS möchte ich meinem Inneren Kind NICHT ANTUN ... es hat schon viel zu viel mitgemacht!!! Noch habe ich diesen Druck gut im Griff - aber ich weiß: sollte er steigen, geh ich freiwillig wieder in die Klinik!

 

In diesem Tagebuch wird bestimmt deutlich, in welchen Welten ich lebe: entweder geht es mir extrem gut oder aber extrem schlecht - und dies in ganz krassen Sprüngen - wie auf  "Knopfdruck" halt ... aber solange es mir einigermaßen geht, versuche ich, meinen Alltag mit meinem Humor (viele meinen, er wäre einzigartig) zu meistern ... doch dann gibt es Phasen, da weiß ich nicht einmal mehr, dass ich überhaupt mal lachen konnte!

 

... aber ich werde aus jeder Situation versuchen, das Beste zu machen ... AUFGEBEN ist nicht meine Welt - denn dann wären die vergangenen zwei Jahre, also das Wieder-Erleben und Aushalten meiner Vergangenheit und die dadurch erlangten Erkenntnisse, UMSONST gewesen ...

 

... und das darf nicht sein ... und solange ich dies steuern kann, also nicht in der Psychose lande, werde ich versuchen, dies zu verhindern!

 

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G
@ Broken.dreams-x3: Hallo ! Erst mal ganz doll lieben Dank für Deine mutmachenden Worte!!! Ehrlich gesagt: ich hatte es mir einfacher vorgestellt, "darüber" zu schreiben ... da hab´ ich  mich aber schwer vertan !Es ehrt Dich, dass Du auch an Menschen denkst, denen es weit aus schlechter geht als Anderen - dennoch darfst Du Deinen Schmerz ernstnehmen, finde ich!!! Wenn es weh tut, wird es sicherlich auch seine Gründe/Ursachen haben!?Sicherlich gibt es genügend Momente, in denen auch ich am liebsten AUFGEBEN möchte, da ich oftmals keine Kraft mehr habe, mich den Gedanken und Bildern zu stellen ... aber die große Sorge um die Kinder, die HEUTE und in ZUKUNFT DAS durchmachen müssen, geben mir immer wieder die Kraft, aufzustehen ...!!!Ich werde Dich auf jeden Fall auf Deinem Blog besuchen kommen - lieben Dank!!! LG, Claudia
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B
Hallo Gefangener-Engel,Ich wollte dir erstmal sagen Respekt..Es gibt nicht viele Leute die über so eine Erfahrung reden bzw. öffentlich darüber schreiben können. Ich hoffe dir wircklich von ganzem Herzen, dass du dieses "normale" Stückchen Leben kriegst wie du es selber sagst. Ich hoffe, dass du immer weiterkämpfst und nie die Aufgibts =)Manchmal denke ich mir wie blöd manche sind, zb. ich sitze da und sag das Leben ist scheiße, weil ich mal wieder Liebeskummer habe oder schlecht gelaunt bin wegen irgendwas und irgendwo auf der Welt gibt es Menschen die wircklich einen Grund hätten zu sagen, dass das Leben scheiße ist, weil sie gerade halb am verdursten sind oder eine sehr schlimme Phase oder ein Trauma durchmachen, und diese Leute sagen oft nicht das Leben ist scheiße sondern freuen sich trotdem zu Leben...Auch wenn ich dich nicht kenne habe ich großen Respekt vor dir..Und gib die Hoffnung nicht auf, jeder Tunnel hat einen Ausgang egal wir lang er ist.Komm doch mal auf meinem Blog vorbei: broken-dreams-x3.over-blog.deWürde mich freuen =)Tschüss Broken-dreams-x3
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D
Ich wünsche dir ganz ganz viel Kraft bei deinem Weg ins "Normale". Ich finde die Art und Weise, wie du das angehst sehr bewundernswert und vielleicht kannst du dir jetzt vorstellen, wieso ich mein "Gejammer" in meinem Blog (der Absatz in dem Artikel wurde aber leider vom HTML-Editor gefressen) jämmerlich finde, weil meine Probleme in dieser Welt wirklich klein und gering sind, andere Menschen haben viel größere Lasten zu tragen.<br /> Ich wünsche dir jedenfalls eine nicht enden wollende Kraft und ganz ganz viele gute Momente - die schlechten wird man wohl nie ganz ausblenden können, aber zufrieden mit sich und seinem Leben zu sein ist wahres Glück!
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G
<br /> <br /> Ganz lieben Dank für Deine Wünsche!!!<br /> Ich denke, es kann oft falsch sein, seinen Kummer mit dem Leid Anderer zu messen = es gibt Menschen, die schon früh großes Leid erfahren mussten = die haut vielleicht so schnell nichts um -<br /> Menschen, die wohlbehütet aufgewachsen sind, könn(t)en "Kleinigkeiten" umhauen!? Für mich ist wichtig, in schlimmen Situationen nicht nur das Schlechte/Schmerzhafte zu sehen, sondern das Gute zu<br /> suchen = es gibt immer auch etwas Positives: z.B. ein guter Freund, der für einen da ist; oder auch eine fremde Person, die mich angelächelt hat ...<br /> <br /> <br /> <br />