Richtig oder falsch?
Seit Tagen stelle ich mir die Frage: ist es richtig oder falsch, meine jetzt aktuellen Gedanken und Gefühle mir nicht vertrauten Personen zugänglich zu machen!?
Mich SO zu offenbaren macht mich für "gemeine" Menschen ANGREIFBAR ... (diese Menschen tun mir leid, denn aus meiner Sicht haben sie ein Problem mit sich selber, sonst würden sie mit Anderen nicht so umgehen (müssen) ...)
... doch wiederum möchte ich mit meiner Geschichte AUFKLÄREN, welche Folgen u.a. (m)ein Missbrauch (für mich hat) haben kann ... viele Betroffene werden sich evtl. mit dem ein oder anderen identifizieren können - aber niemand darf denken, dass JEDER, der Missbrauch erleben musste, diesen gleich empfindet - Folgen können ähnlich sein, doch jede Seele geht damit anders um. Hätte ich beispielsweise meinen Vater nicht gehabt - mein Weg wäre sicherlich ein anderer, noch härterer geworden!
Irgendetwas in mir sagt: "Du kannst es schaffen, dein Leben einigermaßen in den Griff zu bekommen" ... dieses Wissen, es schaffen zu können, heißt aber nicht, dass es von heute auf morgen passiert ... es bedeutet jahrelange Arbeit und ständige Auseinandersetzungen mit den Erinnerungen = das Geschehene immer und immer wieder DURCHLEBEN, um (sich selbst) verstehen zu können ...
... ich bin fest davon überzeugt: wer VERSTEHT, kann auch VERZEIHEN !
Es gibt (zu) viele Menschen, die glauben, unsereins will nur Mitleid ... im Mittelpunkt stehen ... Aufmerksamkeit ...
... solche Denkensweisen dürfen/müssen mir gleich sein - ich bin nicht für die Bequemlichkeit der Leute verantwortlich, indem sie sich nicht die Zeit und das Herz nehmen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen - ich DARF den Weg in MEIN Leben gehen, den ich fühle ... und nicht den, den "Gesunde" von mir erwarten!!! Man kann auch von einem körperlich behinderten Menschen nicht erwarten, dass er die gleichen Leistungen im Sport erzielt, wie ein unversehrter Mensch!
"UNSERE" Behinderung ist nicht sichtbar ...
... was aber nicht heißt, dass wir im Leben nicht behindert sind!!!
Ich muss gestehen, ich habe ANGST, so an die Öffentlichkeit zu gehen ... aber da ist wieder diese Stimme in mir, die sagt: "Mach es, es ist WICHTIG ... nicht nur für dich ... vielleicht auch für Andere!"
Ich habe angefangen, meiner inneren Stimme zu vertrauen - obwohl sie mich anfangs, also nach den ersten Erinnerungen, ordentlich beängstigt hat - ich kannte dieses Gefühl Selbstvertrauen nicht ... es war für mich immer nur ein WORT, zu dem ich aber NIE Zugang hatte: ich habe die Bedeutung nicht gefühlt - also konnte ich es auch nicht (er-)leben.
Wenn mich jemand fragen würde, wie ich diese innere Stimme erklären würde: ich würde sagen: das Kind, das ich war und welches in mir eingesperrt ist, spricht zu mir und zeigt mir Wege, um es befreien zu können ... wenn ich die Worte, Gedanken, Sehnsüchte und Ängste dieses Kindes ignoriere, wird es NIEMALS Licht sehen können und im Verborgenen bleiben müssen ... es wird das Vertrauen in mich, also auch wieder in sich selbst, erneut verlieren ... ein Leben in Angst und Dunkelheit wird uns beide wieder beherrschen ...
... ich kann nur den Weg meines Inneren Kindes gehen ... und nicht das Leben leben, was andere von mir ERWARTEN ... denn dazu fehlen mir die Voraussetzungen eines "normalen" Menschen - ich kann auch kein solides Haus bauen, wenn ich nur drei Steine habe!!!